Kulturelle Studienreise

 

Nagaland

 

„Vergessene Kopfjägerkulturen Nordostindiens"

23. November - 07. Dezember 2010, Mo/Mo, 15 Tage

Reiseleitung: Alban A. von Stockhausen, Ethnologe/Nagaland

 

 

Bild: ©Alban v. Stockhausen

 

 

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Die Naga bewohnen die Hügelregionen Nordostindiens, zwischen der Assamesischen Tiefebene und Burma (Myanmar). Die zahlreichen ethnischen Gruppen zeichnen sich durch eine Jahrhunderte alte Geschichte und einen einzigartigen kulturellen Reichtum aus, der ausserhalb Indiens noch weitgehend unbekannt ist. Der indische Bundesstaat Nagaland wurde erst 1963 geschaffen und ist erst seit wenigen Jahren für ausländische Besucher überhaupt zugänglich. Bis heute kämpfen die Naga für einen unabhängigen Staat der weit über die Gebiete des heutigen Bundesstaats herausreicht.

Bereits im 19. Jahrhundert kam es zu ersten Kontakten zwischen der britischen Kolonialmacht und den zahlreichen Nagastämmen, die wegen Ihrer Kopfjagdtradition von den benachbarten Gruppen gemieden und gefürchtet wurden. 1947, mit dem Abzug der Engländer wurden auch die Nagagebiete Teil des neu geschaffenen indischen und burmesischen Staats. Die verschiedenen Lokalkulturen wandelten sich seitdem stark, insbesondere da Baptistische Missionare beinahe die gesamte Bevölkerung vom animistischen Glauben zum Christentum konvertierten. Obwohl Nagaland in mancher Literatur als gefährlich und sehr abgeschieden beschrieben wird, ist es heute möglich die Region zu bereisen. Faszinierend ist nicht nur die kulturelle Vielfalt der Gebiete sondern auch deren einzigartige Flora und Fauna. Nordostindien gehört zu den Gebieten mit der grössten Artenvielfalt weltweit.

Die mehr als 16 Nagagruppen unterscheiden sich nicht nur in Sprache, Kleidung und Architektur. Die humorvollen Naga verfügen auch über einzigartige Handwerkskünste, eine reichhaltige Folklore sowie eine eigene Tanz und Musiktradition. Neben poetischen Liebesliedern, Kriegs- und traditionellen Alltagsgesängen findet aber auch moderne Musik ihren Platz. Für Menschen, die in der Vergangenheit als Kopfjäger bekannt waren, sind die Nagas bemerkenswert warmherzig und sehr gastfreund-lich.

Mit unserer Reise möchten wir Ihnen einen Eindruck von Nagaland, dem kulturellen Reichtum seiner Bewohner und der einmaligen Fauna und Flora Nordostindiens vermitteln. Die Reise gibt uns Gelegenheit einen Überblick über die bis heute noch weitgehend unbekannten Kulturen der Naga zu bekommen. Zur Zeit finden im Museum der Kulturen Basel (bis 17. Mai 2009) und im Völkerkundemuseum der Universität Zürich (bis 6. Sept. 2009) Ausstellungen zu den Naga statt.